Discgolf NRW sucht neue Leitung

Vizepräsident Christian Morisse scheidet aus dem Vorstand aus

Nach Präsident Werner Szybalski verkündete auch der Discgolf-Vize Christian Morisse (Beckum), dass er beim 7. Landesverbandstag am 21. November in Duisburg nicht mehr zur Wiederwahl antreten wird. „Unser Anliegen war es immer den Sport für Jedermann – nicht nur den Spitzensport – in den Vordergrund zu stellen und überall in NRW zu ermöglichen, indem Standorte erschlossen, Parcours in Zusammenarbeit mit den Kommunen und ortsansässigen Vereinen zertifiziert und etabliert werden“, erklärte Christian Morisse, dass er dies selbst nicht mehr leisten könne und wolle. Natürlich habe seine letztjährige schwere Erkrankung dazu beigetragen, seine ehrenamtlichen Tätigkeiten im Verein und Verband kritisch zu hinterfragen.

Christian Morisse, Discgolf-Vizepräsident von Frisbee NRW, beendet seine ehrenamtliche Tätigkeit nach vier Jahren im Präsidium. (Foto: Werner Szybalski)

Die Discgolf-Abteilung von Frisbee NRW steht nach den pandemiebedingten Ausfällen von Turnieren und des kompletten Einschlafens des Mannschaftsspielbetriebs der Discgolfer durch Corona nun vor einem Neustart. Morisse sieht trotz der aktuellen Flaute bezüglich der Mitarbeit der Vereine des Landesverbandes aber weiterhin Wachstumspotential. Dazu gelte es, die Kernstücke der vergangenen Jahre weiter zu betreiben: „Die Westfalentour ist wohl die größte Erfolgsgeschichte des Landesverbandes und beispielhaft für ganz Deutschland.“

Potential ist in NRW vorhanden

Sein persönliches Fazit fällt durchwachsen aus: „Ich hätte es wirklich gerne geschafft, während meiner Amtszeit in den Landessportbund einzuziehen, was mit dem Potential in NRW auch nicht unrealistisch scheint, aber wohl aus verschiedenen Gründen einfach noch etwas Zeit braucht. Mit diesem Meilenstein und der dazugehörigen Förderung wäre uns sicherlich die Realisierung einiger Maßnahmen wie Jugendförderung und Errichtung eines Landesstützpunktes inklusive Trainerausbildung sowie Austragung einer würdigen Discgolf-DM in NRW gelungen.“

Christian Morisse ist sehr selbstkritisch, merkte aber auch an, dass die Rahmenbedingungen für Frisbee NRW im Discgolf und auch im Verhältnis Vereine – Landesverband – DFV eher suboptimal seien und es noch viel Optimierungsbedarf und -möglichkeiten gäbe: „Zudem empfinde ich persönlich die fehlende Implementierung der Landesmeisterschaften durch die Bundesebene als festen Bestandteil des Turnierkalenders und als Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft als sehr schade und alles andere als förderlich.“

Billige Arbeitskraft der hauptamtlichen Geschäftsführung

Den Austritt von Frisbee NRW aus dem Deutschen Frisbeesport-Verband (DFV) zum Jahresende trägt Morisse voll mit: „Letztlich haben wir uns ja auch zum Austritt aus dem DFV entschieden, weil wir den Eindruck haben nur als billige Arbeitskraft der hauptamtlichen Geschäftsführung sowie für deren „Cash Cow“ gebraucht zu werden.“ Der Discgolf vor Ort und in den – „immer noch zu wenigen“ – Landesverbänden würde vom DFV überhaupt nicht und von dessen Discgolf-Abteilung zu wenig unterstützt. Der Basis und der engagierten Mittelinstanz im Discgolf würde die Wertschätzung von der Spitze komplett verwehrt.