Overall-Weltmeisterschaft in England

Zwei NRWler in Basingstoke am Start

Bielefeld. Overall war früher die Königsdisziplin im Frisbeesport. Mit Hartmut „Hartl“ Wahrmann (DG Lakers Lünen) wohnt sogar ein ehemaliger Weltmeister (Disziplin Discgolf) des Overall in NRW. Jetzt fuhren drei Deutsche, die Freestylerin Ilka Simon (Freestyle-Frisbee Berlin) aus Köln, Bianca Strunz (Berlin) und Jan Müller (TuS Ost Bielefeld), nach Großbritannien. Während die Frauen „nur“ freestylten und dabei Ilka Simon mit ihrer Partnerin Sophie Rickers aus Brighton (GB) die Bronzemedaille in der offenen Frauenklasse gewann und sich die Berlinerin mit der Amerikanerin Juliana Korver den ersten Platz sicherte, nahm Jan Müller an vier Disziplinen (Accuracy, SCF, Discathon, DDC) teil und belegte damit in der offenen Klasse Rang 39.

Der Bielefelder, Ausrichter des DDC-Events Discival Ende August, führte in Basingstoke ein (Video-)Tagebuch.

Zunächst stand für Jan Müller der Discathon auf dem Programm. Der Ein-Kilometer-Kurs war wesentlich schwieriger, als der Ostwestfalen gedacht hat. Beim Discathon wirft jeder Teilnahmer mit zwei Scheiben. Beim Start wird die erste geworfen und die zweite Disc mitgeführt. Sie wird geworfen, wenn die Lage der anderen Scheibe erreicht ist. Dabei müssen alle Hindernisse des Parcours korrekt gespielt werden.

Jan Müller: „Der Discathon war echt richtig schwer! Flott laufen, und dann sofort präzise werfen. Hammer . . ! Ich habe eine Menge Zeit verloren, um Scheiben wiederzuholen. Das sollte ich echt üben, wenn ich das nochmal probieren will.“

Anschließend stand „seine“ Disziplin DoubleDiscCourt (DDC) an. Er trat mit dem Amerikaner Doug Korns an. Nach einer Niederlage gegen ein starkes schwedisches Paar konnte Müller mit seinem Partner einen Sieg einfahren, so dass sie im B-Pool landeten. Von den vier Spielen in dieser Gruppe konntern sie drei gewinnen.

DDC wurde bei der WM auf 14 Feldern gespielt.

Nach einem Tag DDC-Pause ging es für Müller mit engen Spielen auf dem Court weiter. Dann stand für den NRWler Accuracy an. Dabei muss von sieben Wurfstationen, die in verschiedenen Winkel und ungleichen Abständen vom Ziel entfernt sind, innerhalb von zwei Minuten je vier Mal (also 28 Würfe) auf das Ziel, einen Ring mit 171,45 Zentimeter Durchmesser, geworfen werden. Für jeden Treffer gibt es einen Punkt

Jan Müller traf in seiner ersten Runde sechs Mal und in Runde zwei zwei Mal, was ihm Rang 35 einbrachte. Der Weltrekord soll übrigens bei 26 Treffern bei 28 Würfen liegen. Der Sieger in Basingstoke traf in der ersten Runde 19 Mal (!).

Den Wettkampf im Self Caught Flight (SCF), die Frisbee muss nach dem Wurf möglichst lange und/oder möglichst weit fliegen und anschließend mit einer Hand gefangen werden, ließ der unter Erkältung leidende Bielefelder aus, so dass er mit vier gewerteten Disziplinen Rang 39 belegte. Die meisten Punkte holte er im DDC, wo er mit seinem Partner Platz 14 erreichte.

DDC-Finale in Basingstoke.

In seinem Abschlussvideo stellt Jan Müller in Aussicht, auch in Deutshcland mal wieder ein Overall-Event auszurichten. Der Frisbeesport-Landesverband wäre begeistert und sicher dabei.

Jan Müller beim DDC-Finale der Overall 2017.